Widerstände auflösen
Margot Deslé und Doris Ulich
Margot Deslé und Doris Ulich kennen sich aus dem christlich-wissenschaftlichen Bibellektions-Lesekreis in Bamberg. Irgendwann einmal entstand bei den beiden die Idee, gemeinsam über eine bestimmte Angelegenheit zu beten. Heraus kam zu diesem Zeitpunkt kein spezielles Anliegen, sondern der Gedanke, dass es notwendig sei, generell Widerstände aufzulösen. Darin enthalten waren Widerstände bezogen auf das eigene geistige Wachstum oder in Bezug auf Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit in weitaus größerem Rahmen.
Hier bekommen Sie einen kleinen Einblick in das gedankliche Ballspiel der beiden.
„Widerstand ist zwecklos, Sie werden assimiliert werden.“ So versuchte die Spezies „Borg“ die Menschen in der Startrek-TV-Serie „Raumschiff Voyager“ immer zu hypnotisieren. Die Menschen haben das nie akzeptiert und immer wieder Wege aus dieser Form von Gefangennahme gefunden – manchmal mit Schlauheit, manchmal mit Waffen. Aber sie wussten, dass sie sich gegen diesen Besetzungs-Anspruch wehren konnten!
Wenn Widerstände Probleme bereiten, habe ich mich falsch identifiziert, d.h. ich glaube ein von Gott getrenntes Wesen zu sein, habe Angst und Furcht und sehe mich als Macher und nicht das göttliche Gemüt. Widerstand ist das Böse, die Sünde nicht erkennen zu wollen.
Widerstände sind Versuche, die Kommunikation, d.h. Einssein, Heilung, Vollkommenheit, Einheit, zu begrenzen und dadurch unmöglich zu machen. Widerstand ist eine begrenzte Sicht auf Körper bzw. Krankheit. Es gibt auch Widerstände gegen Gott, gegen die Vollkommenheit, Schuldlosigkeit. Das erzeugt Furcht.
Nötig ist, die Furcht schnellst möglichst zu meistern, indem der Allerhabenheit des Unermesslichen, Guten, Allmächtigen im Bewusstsein Raum gewährt wird. Weil das Böse Suggestion ist, bleibe ich ruhig. Indem ich das erkenne, durchschaue ich den ganzen Spuk und freue mich über die gottgegebene Freiheit.
Angst vor dem Tod muss überwunden und Überzeugungen, Glaubenssätze über Tod, Krankheit aufgelöst werden. Widerstände haben nur scheinbare Macht, besonders wenn ich sie für wirklich halte. Wir können de facto keine Widerstände auflösen, weil es aus der Sicht des unendlichen Gemüts keine gibt, sie existieren nicht und haben keine Substanz. Also ist NICHT RE - AGIEREN gefragt.
Materie ist Geist untergeordnet, denn das Größere kann nicht im Kleineren sein. Wir müssen das Ursache-Wirkungs-Prinzip klar haben und wissen: es gibt nur ein Gemüt, dem gar keine Widerstände vorliegen.
Es gibt auch keine Rangordnung von Schwierigkeiten bzw. Widerständen - alle sind ausnahmslos ohne Substanz, falsche Annahmen, Irrtum und Illusionen. Doch dürfen wir nicht die Anziehungskraft des Irrtums, der Widerstände etc. unterschätzen. Trennungsgedanken, Schuldgedanken, Identifikationen mit dem sterblichen Gemüt, das alles verlangt nach Beweisen von Schuld und Krankheit. Widerstände können sich als Gefühl des Scheiterns hervorheben. Nimm deine Gefühle des Scheiterns als nichts weiter an als einen Irrtum darüber, wer du wirklich bist.
Das Thema ist wunderbar aktuell. Mich hat es diese Woche zwei Tage so dermaßen mit einer Erkältung erwischt, dass ich fassungslos, sauer und ohnmächtig zugleich war. Da ist mir das mit dem Auflösen von Widerständen meiner vollkommenen Freiheit gegenüber wichtiger denn je vorgekommen. Ich konnte mich nur noch Gott zuwenden. Die eigenen Gedanken durchzugehen und zu erkunden, was sich da alles an Müll eingelagert hat, habe ich auch kurz getan – und diese Gedanken verneint. Ich konnte Gottes Liebe zu mir und für mich wieder mehr Raum geben und dankbar dafür sein. Ich weiß die genauen Gedanken gar nicht mehr, nur dass sie genau dazu geführt haben, den Widerstand des sterblichen Gemüts gegen die Freiheit des göttlichen Gemüts zu ersetzen. Und jetzt bin ich wieder auf dem Damm!!!
Was dich also befreit hat ist die Einsicht, dass du niemals getrennt von Gott sein kannst und dies auch deine Vollständigkeit und dein volles Potential ausmacht.
Genau! Eindeutig und doch auf der Grundlage von Liebe - das ist die richtige Einstellung für Fortschritt. Und es kann nur Fortschritt erwachsen, nachdem man einen Widerstand identifiziert und erledigt hat.
Mir ging es da genauso, und nachdem ich neulich durch intensives Gebet schreckliche Rückenschmerzen abgelegt hatte, kommen mir viele neue Gedanken und Inspirationen. Ich habe erkannt, dass meine Gedanken voll mit gewohnheitsmäßigen Vorstellungen und Urteilen überfrachtet waren. Ich könnte das so beschreiben, dass ich Widerstände erlebte, Menschen generell als vollkommene geistige Wesen anzuerkennen. Da wir in der Christlichen Wissenschaft gelernt haben, dass nur die Bekräftigung der Wahrheit, der Vollkommenheit des Menschen, des wahren Bildes und Gleichnisses Gottes, zur Heilung führt, muss ich auch weiterhin wirklich mächtig "wache halten an der Tür meines Denkens", wie Mary Baker Eddy es so schön schrieb.
Immer wenn ich nun solche Urteile fälle und ich es bemerke, sage ich mir sofort: Es tut mir leid, dass ich so über dich urteile und dich zu einem unvollkommenen Menschen mache. Aber auch wenn ich so über dich denke, bist du in Gottes Augen nach wie vor Sein vollkommenes Kind. Und ich bitte Gott, mir diese klare Sicht zu geben.
War das mit Deiner Arbeitskollegin nicht eine ähnliche Situation?
Ja, die Situation war diese: Während des Dienstes mit einer Kollegin spürte ich schon "dicke Luft". Was kann ich tun? Warum ist sie so? Was habe ich ihr angetan? Liegt bei mir der Fehler? Hab ich irgendetwas verbockt? und und und ... Da ich glaubte, dass ich etwas nicht recht gemacht zu haben, versuche ich keine "Fehler" bei meinen Tätigkeiten zu machen, denn sie sollte auf keinen Fall einen Grund haben, mir Schuld zuzuweisen. Der Morgen eskalierte dann tatsächlich. Das ganze wühlte mich auf, ich war empört und fühlte mich unwürdig behandelt.
Fazit: Nachdem ich also durch Gebet tagsüber zeitweilig ruhiger wurde, trug ich die ganze "Geschichte" noch mit mir herum bis zu unserem Leseforum am Abend. Dort konnte ich dann folgende heilsame Ideen schöpfen:
Das ganze ich-bezogene Mangel- und Schuldbewusstsein, alles tierischer Magnetismus, hält mein Denken - wie einen Hamster auf seinem Laufrad - in Gange. Aber nicht ich, sondern Gott regiert und erschafft. Ich kann mich entspannen, ich kann Gott alles übergeben, denn Er ist die Sicherheit, Er ist der allein Machende, Er weiß, dass alles zum Besten bestellt ist. Ich muss mich nicht absichern und vorbeugen, indem ich alles perfekt mache, damit ja keiner mir irgendetwas zu Last legen kann.
Statt in die Stille zu gehen und Ihm zu lauschen, agierte ich aus der Angst heraus. Ich hatte im Außen nach Lösungen geschaut, anstatt nach Innen zu gehen, wo Gott immer gegenwärtig ist! Nachdem ich es versäumt hatte, das Problem Gott zu übergeben, denn es ist Sein Job, sich um uns zu kümmern, uns die Wahrheit zu offenbaren, uns in Liebe und Frieden zu hüllen, fand ich jetzt im Gebet wieder den Zugang dazu. Gott ist die Vollkommenheit, die Harmonie und hält alles in der Balance. Er ist die wahre Wirklichkeit und alle unsere Probleme haben keine Substanz, keine Realität, sind Täuschung und Irrtum und nur ein Traumgeschehen. Sie haben gar keinen Widerstands-Anspruch!
Ich bin eine Ausdehnung unseres Vater-Mutter-Gottes. Ich bin Sein Bild und Gleichnis. Ich konnte nun wieder Seinen Frieden, Seine Freude, Seine Sicherheit, Seine Gelassenheit, Seine Furchtlosigkeit ausstrahlen.
Diese gottgegebenen Ursprungs-Qualitäten können uns nie genommen werden, weil Gott sich nun mal nicht verkleinern lässt. Von einer festen, selbstgemachten Vorstellung abzurücken verschafft immer neuen Freiraum für Entfaltung. Das lässt sich gar nicht aufhalten.
Tja, Widerstand gegen Fortschritt ist eben nichts anderes als zwecklos!
AUFLÖSUNGSMÖGLICHKEITEN (es gibt sicher noch viele mehr!)
- Die Widerstände erkennen, aber nicht anerkennen.- Wissen, der Widerstand ist Nicht-Ich, er ist nur Kreation vom sterblichen Gemüt, Irrtum, falscher Anspruch.
- Sich an Gott wenden, um eine geheilte Sicht der Vollkommenheit, der wahren Wirklichkeit, des göttlichen Gemüts zu erhalten.
- Wissen, Danken und Freuen: SEIN Wille geschieht!


