Druckseite
Entdeckung - Inspiration - Heilung

Zeitloses Heilen

Wenn Sie Heilung brauchen, dann nehmen Sie sich bitte keine Zeit, um diesen Leitartikel zu lesen. Nehmen Sie nur einen Augenblick der Ewigkeit.

Zeitloses Heilen klingt ein bisschen wie die Beschreibung einer langbewährten Heilmethode. Ja wer zu Gott schaut, um gesegnet zu werden, könnte Gebet leicht als ein zeit- und altersloses Verfahren bezeichnen, um Antworten auf dringende Probleme der Sterblichkeit zu finden. Aber wir können noch tiefer gehen, um die zeitlose Natur des göttlichen Heilens aufzudecken. Dann wird Gebet immer effektiver werden. Wir werden nämlich heilen, wie Jesus es tat und wie er wollte, dass wir es tun.

Christus-Heilen ist zeitloses Heilen, weil es frei von jeder Zeit ist. Die Bibel gibt einen Hinweis auf Zeitlosigkeit: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit“ (Hebr 13:8). Seit den frühesten biblischen Zeiten war die heilende Berührung des Christus zu spüren. Auch heute noch ist sie eine sanfte Gegenwart, die erhebt und segnet. Wenn Sie diese sanfte Macht erleben möchten, dann erkennen Sie an, dass sie in Ihrem Bewusstsein „gestern und heute und ... in Ewigkeit“ immer gegenwärtig ist.

Stellen Sie sich einmal vor, was es bedeutet, frei von Zeit zu sein. Erlangen Sie nur einen Schimmer von diesem Freisein – und Sie werden wahre Heilung finden. Mary Baker Eddy benutzte eine Reihe von Begriffen, um neues Licht auf das Wesen der Zeit zu werfen (siehe Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, S. 595). Hier sind zwei davon: 1) sterbliche Abmessungen, 2) Materie. Die meisten Menschen denken an Heilung im Zusammenhang mit Zeit. Das heißt, es dauert Zeit, damit sich ein Problem entwickelt (selbst Schwierigkeiten, die plötzlich auftauchen, brauchen wenigstens einen Augenblick). Und es braucht Zeit, um sich darum zu kümmern. Aber zeitloses Heilen schließt das Aufgeben von Zeit ein – das „Fasten“ bzw. Enthalten von sterblichen Abmessungen, das Leugnen der Materie. Jesus heilte, weil er so mit Liebe erfüllt, so mit dem Christus ausgestattet war. Er maß (er beurteilte) die Menschen nicht mit Sterblichkeit. Er charakterisierte sie nicht als materielle Objekte. Sein Maßstab für den Einzelnen war Christusgleichheit, die ewige Wesenheit, die Gott in jedem von uns angelegt hat.

Nehmen Sie ein einfaches Beispiel dafür, wie ganz anders der größte Teil der Welt das Thema Heilen angeht. Angenommen, irgendeine Art von Disharmonie entwickelt sich. Vielleicht ein körperliches Problem. Die Art und Weise, wie die Welt mit solchen menschlichen Defekten umgeht, schließt Zeit ein. Und was bedeutet das? Augenblicke, ja Stunden, in denen man sich mit Materie beschäftigt – sie abmisst und hervorhebt. Normalerweise bewerten die Menschen die Stärke einer Unannehmlichkeit, z. B. als leicht oder ernst. Wahrscheinlich messen sie die Temperatur, den Pulsschlag, den Blutdruck, wie lange sie schon unter dem Zustand zu leiden haben. Sterbliche Messungen sind eine Bestätigung der Materie. Man klassifiziert sie, beobachtet sie und meistens fürchtet man sie. Das menschliche Denken sagt von dieser sogenannten Substanz: „Ich kann dich messen. Du definierst mich. Du bist meine Wirklichkeit. Du bist in der Wirklichkeit der Zeit verwurzelt.“ Aber die Wissenschaft des Christentums hebt uns vollständig aus dem Morast materieller Messungen heraus, damit wir uns als geistig und christusgleich sehen, dieselben „gestern und heute und in Ewigkeit“. Zeitlos.

Der Christus ist ein ewiger, erhebender Antrieb im Bewusstsein. Diese mitfühlende Gegenwart möchte, dass wir den göttlichen Geist bejahen. Sie offenbart Geist als unmessbar, unbegrenzt, unendlich. Wenn wir im Gebet – mit Liebe und Überzeugung –anerkennen, dass grenzenloser Geist unsere wahre Substanz ist, vermindern sich sterbliche Begrenzungen und Disharmonien. Manchmal schnell. Das Heilen durch Geist führt uns dahin, dass wir uns nicht so sehr nach Freiheit in Materie sehnen als nach Freiheit von Materie. Auf Zeit basierendes Heilen möchte, dass wir Nachdruck darauf legen, von jetzt an und weiterhin Besserung zu erleben. Zeitloses Heilen würde auch Heilung beinhalten, die von jetzt an rückwärts wirkt! Ja das stimmt, echtes Freisein geschieht nicht, wenn wir unser Dasein einfach für eine Zeitlinie halten, wo Disharmonie einen Anfangspunkt hat und wo Gebet darauf basiert, Gott zu überreden, dass Er uns bis morgen aus den Schwierigkeiten herausholt. Wir werden befreit, wenn uns bewusst wird, dass wir uns überhaupt nicht auf einer Zeitlinie befinden. Wir sind niemals in Materie gewesen. Wir können und wollen nicht zulassen, dass wir abgemessen werden, als ob wir ein Zustand der Sterblichkeit wären. Wir sind christusgleich. Wirkliche Identität ist genau hier in Ewigkeit, in der zeitlosen Allheit des Geistes.

Ewigkeit ist nicht etwas, was in der Zukunft passiert. Es ist nicht endlose Zeit. Anstatt dass Ewigkeit die Zeit verlängert, schaltet sie die Zeit aus. Wie es Mrs. Eddy so treffend sagt: „... Zeit ist kein Teil der Ewigkeit“ (ebd., S. 468). Ihr Infragestellen der Zeit erinnert mich an das, was Johannes der Offenbarer beschrieb – einen Engel, der zeigt, dass wir, wenn wir die ganze Schöpfung als von Geist kommend erkennen, demonstrieren werden: „Es soll hinfort keine Zeit mehr sein“ (Off 10:6). Es wird in unserem Leben keine Verzögerung im Ausdruck von Gottes Vollkommenheit geben.

Ich hatte einmal einen trockenen und heftigen Husten, der schon lange Zeit anhielt – so war jedenfalls das sterbliche Maß, das ich dem Zustand zuordnete. Ich konnte ihn einfach nicht loswerden. Während ich dann eines Tages über die Unwirklichkeit von Zeit betete, fühlte ich ein Freisein von Sterblichkeit, eine Art von Unsterblichkeit oder Himmel. Es war, als wenn mich beim Nachdenken über die Machtlosigkeit von „Materie“ und „sterblichen Abmessungen“ der stärkende Einfluss des Christus von den Begrenzungen der Zeit befreit hätte. Der Husten hörte plötzlich auf. Ich glaube, dass die Zeit aufhörte. Ich bekam einen Schimmer, ja ein Gefühl von Ewigkeit. In dem Augenblick wurde Gott für mich wirklicher als der Husten. Eine geistige Sicht von Wirklichkeit überwand die Sterblichkeit. Ich konnte wohl in der Zeit husten, aber nicht in der Ewigkeit!

Eine auf Zeit basierende Heilmethode strampelt sich in Materie ab. Materie ist das selbstbegrenzende Maß des menschlichen Gemüts. Sie ist eine Darstellung der Beschränkungen des Lebens. Zeitloses Heilen andererseits gibt die Materie auf. Es macht Platz für das wirkliche Sein als den ungebundenen, uneingeschränkten, unbegrenzten Ausdruck des Geistes. Wenn wir Gott als unsere Wirklichkeit lieben, tritt in unserem Bewusstsein ein Maß an Christusgleichheit in Erscheinung, das in unserem Leben als ein Wohlgefühl, ein Gefühl von Freude und innerem Frieden, eine Überzeugung unserer wahren Unschuld und Reinheit wahrgenommen wird. Wir verlieren nicht unsere Substanz, aber beginnen sie auf einer dauerhaften Grundlage zu leben.

Wenn Sie eine Situation oder einen Zustand durch Gebet behandeln, dann denken Sie an zeitloses Heilen. Sie stecken nicht in Materie oder Sterblichkeit fest bei dem dauernden Versuch, sie abzumessen und zu verbessern. Sie drücken die endlose Harmonie des Geistes aus, weil Sie immerdar als Gottes makelloses Kind geliebt werden. Sie haben in ihrem Leben einfach keine Zeit für irgendetwas anderes als die Ewigkeit!

Share
Share
Textgröße ändern
© The Christian Science Publishing Society. All rights reserved.
Alle Rechte vorbehalten. Nutzungsbedingungen.  |  Kreuz und Krone  |  Kontakt mit uns