Diejenigen, die in diesen Tagen wachsender menschlicher Verwirrung und Befürchtungen noch nicht die Christliche Wissenschaft und ihre beruhigende Sicherheit gefunden haben, lassen verständlicherweise den sorgenvollen und bitteren Schrei wieder erklingen, der in Jeremia (8:20,22) so wiedergegeben ist: „Die Ernte ist vergangen, der Sommer ist dahin, und uns ist keine Hilfe gekommen! ... Ist denn keine Salbe in Gilead oder ist kein Arzt da?“
Die Christlichen Wissenschaftler antworten auf die sorgenvollen Zweifel der heutigen Menschheit mit einem liebevollen, bejahenden: „Ja, es gibt eine Salbe, es gibt Heilung; es gibt Hoffnung!“ In dieser kritischen Stunde der Menschheitsgeschichte stehen von allen Menschen die Christlichen Wissenschaftler dankbar „allezeit bereit“, wie Petrus sagt, „zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist“ (1. Petr 3:15). Christliche Wissenschaftler können nicht anders handeln, weil sie eine Religion der Zuversicht gefunden haben, basierend auf dem beständigen und greifbaren Beweis von Segnungen, die jeden erwarten, der demütig und aufrichtig Tag für Tag bestrebt ist, ihre Lehren zu verstehen und wirklich zu leben.
Das unschätzbare Geschenk von geistigem Verständnis inmitten von Schwierigkeiten, die dringend einer Lösung bedürfen, brachte Hiob dazu auszurufen: „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt“ (Hiob 19:25) und daraufhin seine eigene Freiheit, Herrschaft und Frieden zu erlangen. Mit dieser Gewissheit, dass es einen erkennbaren, innig vertrauten Erlöser der Menschheit gibt, verleiht die Christliche Wissenschaft oftmals demjenigen, der sich dieser Religion und ihren Lehren zum ersten Mal zuwendet, den ersten behutsamen Trost. Viele Männer und Frauen, einschließlich der Schreiber dieses Artikels, haben ihr Vertrauen in Zynismus und negativen „Realismus“ aufgegeben und ihren ersten festen Halt in der Christlichen Wissenschaft gefunden, als sie entdeckten, dass es sich dabei nicht lediglich um Optimismus handelt, um ein menschlich mentales System oder eine Methode, sich Wohlbefinden herbeizuwünschen, oder auch ein Übertünchen der Nöte dieser Welt mit abgedroschenen Ansichten oder emotionalen Plattheiten.
Die Hoffnung der Christlichen Wissenschaft ist konkret und greifbar und bietet kein illusorisches Allheilmittel an, das sich, wenn der Erlösungsuchende sehnsüchtig danach greift, seinem Griff entzieht. Die wohltätige Entdeckerin und Gründerin der Christlichen Wissenschaft, Mary Baker Eddy, die ihre heilige Mission durch die Forderung nach sichtbaren, eindeutigen Heilungserfolgen bewies, macht dieses unmissverständlich klar in Wissenschaft und Gesundheit mit Schlüssel zur Heiligen Schrift, wenn sie sagt (S. 367): „Ein freundliches Wort und die christliche Ermutigung eines Kranken, mitfühlende Geduld mit seiner Furcht und deren Beseitigung sind besser als Hekatomben überspannter Theorien, besser als stereotype, entlehnte Redensarten und das Austauschen von Argumenten, die lauter Parodien auf die rechtmäßige Christliche Wissenschaft sind, die von göttlicher LIEBE erglüht.“
Nein, die Praxis der Christlichen Wissenschaft hat keine Parallele zur Lebensphilosophie der wohlmeinenden, erfundenen Pollyanna*, die jeden drängt, einfach nur „froh“ zu sein, ohne zu erklären, wie dieser Frohsinn angesichts menschlicher Ratlosigkeit und Enttäuschung erreicht und beibehalten werden kann. Die Praxis der Christlichen Wissenschaft basiert auch nicht auf mentaler Suggestion, Beschwörung oder Selbsthypnose als einem Mittel für Gesundheit und Frieden. Die Christliche Wissenschaft bietet dem Verzweifelten und Weltmüden keine leeren Redensarten, seichten Sprüche oder fade Moralpredigten, die weder stärken noch beruhigen. Auch zieht der Christliche Wissenschaftler seine Hoffnung, Erwartung und Überzeugung nicht nur daraus, dem Bösen den Rücken zuzukehren. Er eifert nicht den beiden Jägern nach, die in einer Karikatur einer populären Zeitschrift dargestellt wurden. Als sie sich ohne ihre Gewehre in einem dichten Dschungel verirren und Auge in Auge mit einem riesenhaften, wilden Tier stehen, ruft der eine Jäger zitternd dem anderen zu: „Lass uns einfach die Augen zumachen und warten, vielleicht geht es weg.“ Dagegen liegt der Grund für die „Hoffnung, die in euch ist“ und die in dem Christlichen Wissenschaftler ist, auf dem geistigen Verständnis, dass mit den Worten des Jakobus (5:16) „des Gerechten Gebet [viel] vermag, wenn es ernstlich ist“.
Auf dieser gebetvollen Grundlage des Denkens und Handelns wankt und weicht die in die Christliche Wissenschaft eingebundene Hoffnung nicht im Angesicht irgendeines Tests, wie tiefgreifend er auch sei. „Was würdest du im Falle einer ernsten Krankheit tun?“, wurde einmal ein Schüler der Christlichen Wissenschaft von einem Freund gefragt, der medizinisch geschult und geängstigt war von medizinischer Propaganda. Der Christliche Wissenschaftler, der diese Frage auch nicht einen Moment als eine persönliche Herausforderung ansah, antwortete demütig: „O ich würde einfach dankbar sein, dass ich mich zuversichtlich und verständnisvoll von den begrenzten menschlichen Mitteln abwenden und Gottes unendlichen geistigen Mitteln zuwenden kann. Und ich würde dankbar sein, dass dieselbe Möglichkeit jedem offensteht, besonders denjenigen, denen ihre medizinischen Helfer gesagt haben, dass ihr Zustand hoffnungslos oder unheilbar ist.
Hier mag jemand, der noch nicht viel über die Christliche Wissenschaft und ihre Lehren weiß, fragen: „Aber wie kann ich Gottes Erlösung erhoffen oder erwarten, wenn die Gottheit nur ein Name oder Symbol für mich ist und wenn Sinnlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Unheilbarkeit, Frust und trostlose Resignation vor dem Bösen mich wie auch so viele andere in Ketten legen? Was deutet darauf hin, dass der Gott, den ich niemals richtig kannte, überhaupt meine Bedürfnisse oder die der Menschheit kennt? Was gibt es da zu hoffen?“
Hier zeigt und erklärt die Christliche Wissenschaft die Verfügbarkeit beständiger Hoffnung auf wahrhaft zufriedenstellende Weise, denn sie ist direkt anwendbar und einleuchtend. Mary Baker Eddy erklärt in Wissenschaft und Gesundheit (S. 223): „Geistige Vernunft und freies Denken begleiten die herannahende Wissenschaft und können nicht unterdrückt werden.“ Nun erkennt der Suchende, dass das Aufdämmern des geistigen Verständnisses in seinem Bewusstsein die Hoffnung auf Erlösung weckt, und zwar durch die Erkenntnis von göttlicher Wirklichkeit im Gegensatz zu falschen materiellen Vorstellungen jeder Art und jedes Namens. Deshalb wird Hoffnung in der Christlichen Wissenschaft so vernünftig wie intelligente Aufklärung, so realistisch wie positive Überzeugung, so wesentlich wie die Erfolge, die mit Sicherheit denen folgen, die sich vorbehaltlos wegen Erlösung an Gott wenden – an Gott, so wie die Christliche Wissenschaft Seine heilige und vollkommene Natur denjenigen offenbart, die Ihn lieben.
Sogar die Ärzte von heute ermutigen die Kranken, hoffnungsvoll und guten Mutes zu sein. Die Kranken mögen unter solchen Umständen fragen: „Hoffnungsvoll sein auf was und guten Mutes sein worüber?“ Die Antwort ist: „Über nichts, solange Materialismus und Sterblichkeit die Erwartungen des Guten so niedrig steckt.“ Aber Hoffnung ist geistige Zuversicht und tritt ein, wenn sich das Bewusstsein in kindlichem Vertrauen an das unendliche Reich des Geistes, des Gemüts, der göttlichen Wirklichkeit wendet.
Der hingebungsvolle Christliche Wissenschaftler würde der erste sein, der eingesteht, dass es wenig Hoffnung für die Menschen gibt, solange diese Hoffnung einzig und allein auf dem materiellem Sinn und dem Konzept einer unberechenbaren sterblichen Existenz basiert, die sich gänzlich zwischen Geburt, Wachstum, Reife, Tod und Auflösung abspielt. Doch zugleich versichert der Christliche Wissenschaftler, dass es – in Bezug auf Gesundheit, Zuhause, Charakter, Umgebung, Versorgung, Beruf und alle menschlichen Beziehungen – in der Tat reichlich Hoffnung, sichere Erlösung und Befreiung für diejenigen gibt, die lernen Gott als Geist zu erkennen und den Menschen und das Universum als Seine geistige vollkommene Widerspiegelung zu sehen.
Warum haben sich die zielstrebigen und ernsten Hoffnungen von aufrichtigen Staatsmännern und Menschenfreunden nicht in mehr erfreulichen Anzeichen zunehmender Vereinigung von Nationen, Gruppen, Gemeinden und Organisationen von Menschen verwirklicht? Ist es nicht deshalb, weil diese Hoffnungen, wie aufrichtig auch immer, sich nichtsdestoweniger eher mit Menschen und Nationen auf der Basis des sterblichen und zeitlichen Traums von materieller Existenz und dem schädlichen Glauben von vielen Gemütern beschäftigt haben, als mit dem einen unendlichen Gemüt, Gott, und Seinen unendlichen Ideen, einschließlich des Universums und des Menschen? Wer dies in der Christlichen Wissenschaft versteht, versteht auch, dass nicht nur Hoffnung, sondern absoluter Glaube völlig gerechtfertigt ist und zum geistigen Erfassen der wahren und unzerstörbaren Bestimmung führt, die den Menschen und Nationen zugedacht ist – die Schönheit der Heiligkeit, die wahrnehmbare Güte Gottes.
Das dringende erste Erfordernis. ja der unumgängliche Standpunkt der Hoffnung ist daher, dass man die Güte Gottes erkennt, wie sie der Menschheit durch Mary Baker Eddy in den sieben Synonymen offenbart wird, die Seine göttliche Natur und Allheit ausdrücken: Gemüt, Seele, Geist, Prinzip, Liebe, Wahrheit und Leben. Wenn wir akzeptieren, das Gott in Seinem wahren Wesen der eine und einzige ist – der ICH BIN, DER ICH BIN, der sich Moses offenbarte – ist nichts übrig als die Güte und Vollkommenheit unseres Vater-Mutter Gottes und Seiner unendlichen Möglichkeiten, auf denen unsere zuversichtlichen Erwartungen basieren. Wie kann irgendjemand hoffnungslos oder hilflos bleiben, wenn er jetzt täglich für das Erlangen von geistigem Verständnis, das Bewusstsein unendlicher Wirklichkeit, zu beten beginnt?
Fühlt der Leser jemals etwas anderes als Stolz, Zufriedenheit und Zuversicht, wenn er anderen einen wohlhabenden und getreuen Freund von hohem moralischen Charakter und großer Tüchtigkeit empfiehlt? Was für ein Vorrecht ist es dann und mit wie viel mehr Gewissheit können wir den Kranken, Bedürftigen und Bekümmerten Hoffnung geben, indem wir ihnen Gott selbst empfehlen und keine persönliche Verantwortung oder Bedenken haben, was die Folgen unseres Handelns betrifft!
Der ernsthafte Arbeiter im Weingarten der Christlichen Wissenschaft ist sich der mit seinen täglichen gebetvollen Bemühungen einhergehenden Gelegenheit und Herausforderung äußerst bewusst, dass das Licht, das durch seine Worte und Taten vor den Leuten leuchtet, für jeden, der sein Leben im Alltag berührt, in Hoffnung umgewandelt wird. Der einzige Maßstab für die Effektivität dieser Arbeit ist natürlich die Treue, mit der man ernsthaft ein Leben lebt, das andere mit seiner geistigen Gebetserfüllung mehr als mit Worten allein segnet. Mehr als einmal hat der Verfasser erkannt, wie dringend notwendig es war, den schwindenden Hoffnungsfunken in einem Freund zu entfachen, der vielleicht nicht mit der Christlichen Wissenschaft vertraut war und, obwohl äußerlich fröhlich, tatsächlich eine quälende Furcht oder Sorge in sich trug, weil er glaubte, dass es keine Hilfe für ihn gebe. Das Ergebnis dieser Wachsamkeit war die Gelegenheit, die Christliche Wissenschaft mehr als einigen wenigen, die ihre Situation als hoffnungslos betrachteten, anzubieten und die erfreulichen Folgen davon zu erleben.
In einem dieser Fälle hatte ein Kollege bei einer Tageszeitung es sich angewöhnt, sich häufig dem Verfasser gegenüber spöttisch über die Christliche Wissenschaft zu äußern. Dieser argumentierte aber nie dagegen. Eines Tages gab der Kollege plötzlich ziemlich geknickt und entmutigt bekannt, dass sein Arzt ihm gerade erklärt habe, er leide an einer unheilbaren Krankheit und sei nicht länger in der Lage, seinen Lebensunterhalt als Journalist zu verdienen. Der Verfasser sagte leise: „Erzählst du mir das jetzt nicht deshalb, damit ich dir zeige, dass es für dich Hoffnung in der Christlichen Wissenschaft gibt?“
„Ja,“ sagte der Freund zögernd, „ich weiß sonst keinen Ausweg mehr.“
Innerhalb von wenigen Stunden folgte er den Anweisungen, die ihm gegeben wurden: Er besuchte einen Leseraum, nahm die Hilfe eines Praktikers der Christlichen Wissenschaft in Anspruch und wurde geheilt. Heute, sechsundzwanzig Jahre später, ist er ein gesunder und erfolgreicher Journalist.
Wie zuversichtlich kann doch der praktizierende Christliche Wissenschaftler das Sicherheit vermittelnde Hoffnungslied singen, das der Menschheit in dem folgenden Psalm (42:6) gegeben ist: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist“!
–John H.Hoagland
(Englischer Originaltext im Christian Science Journal vom März 1955)
* Pollyanna = überoptimistischer Mensch (Anmerkung des Übersetzers)