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Entdeckung - Inspiration - Heilung

Eine Sache der Zeit

Der geschäftsführende Redakteur von Sentinel Radio, Russ Gerber, sprach mit Dr. Laurance Doyle, Forscher am SETI-Institut (Search for Extraterrestrial Intelligence = Erforschung von außerirdischer Intelligenz) in Mountain View, Kalifornien, um dessen aktuelle Gedanken zu dem Thema Zeit zu erfahren. (Mehr Informationen finden Sie unter www.seti.org.)

Dr. Doyle, ist Zeit absolut – oder wenn sie subjektiv ist – ist die Zeit im Denken des Beobachters?

Die große Debatte geht im Augenblick darum, ob Zeit völlig subjektiv ist oder ob sie, relativistisch gesprochen, als eine Koordinate im Raum-Zeit-Kontinuum existiert – das heißt, leben wir in einer vierdimensionalen Raum-Zeit? Darum würde ich als Antwort auf Ihre Frage sagen: Ja, das ist die große Debatte – Ist Zeit subjektiv oder ist sie objektiv?

Welche wesentlichen Theorien über die Zeit haben Physiker und Philosophen über die Jahre erforscht?

Bis zur Zeit Newtons war Zeit „des Raumes Tätigkeitswort“. Das ist es, was sich die Leute unter Zeit vorstellten. Und so stellen sich die meisten Leute das auch heute vor. Es ist Materie, die sich selbst wiederholt, egal ob mit Uhrzeigern oder in den Umdrehungen um die Sonne.

Aber als Einstein daherkam, erkannte man, dass Zeit Raum-Zeit ist, das heißt, Zeit ist eine Richtung. In relativistischen Gleichungen ist Zeit die Richtung, die wir bei Lichtgeschwindigkeit zurücklegen. Und die Quantenphysik sagt, wenn man versucht Relativität mit Quantenphysik zu vereinen, dann ist Quantenphysik unbestimmt, so dass die Zeit noch nicht erschienen ist! In der Quantenphysik bestimmt die Zeit das Resultat nicht in vorhersehbarer Weise, denn bevor das Resultat beobachtet wird, ist es noch nicht geschehen. Der Akt der Beobachtung schafft die Teilchen oder Elektronen. Ich würde sagen, dass der große Konflikt zwischen Relativität und Quantenphysik mit der Frage der Zeit zusammenhängt.

Diese Art von Subjektivität bezüglich der Zeit scheint zu besagen, dass alles, was mit Zeit zusammenhängt, sei es nun „wie viel Zeit ich habe, um diese Arbeit zu tun“ oder „wie lange ich leben werde“ oder irgendetwas dergleichen, nur relativ und subjektiv ist?

Ja, ganz richtig. Es ist noch niemals eine verbindende Kraft zwischen der Umdrehung der Erde um die Sonne und dem Altern des menschlichen Körpers entdeckt worden. Es gibt keinerlei Grund, warum das geschehen sollte – es ist nur etwas, was die Menschen glauben. Wenn die Menschen über den Urknall, den Ursprung des Universums, sprechen, dann denke ich immer an „2 + 2 = 4“. Und wie alt ist das? Wir können über die römische Zahl Zwei und wir können über den Ursprung der arabischen Zahl Zwei sprechen, denn das sind Symbole, aber wir können nicht über den Ursprung der wirklichen „Zwei“ sprechen. So würde ich sagen, Zeit hängt von Materie ab – während eine Idee nicht materiell ist und daher nichts mit Zeit zu tun hat.

Natürlich kann Zeit etwas Praktisches sein – ich kann sagen, dass ich in zehn Minuten mit Ihnen sprechen werde, und das hilft uns. In dem Fall ist die Zeit uns unterworfen und wir sind nicht ihr unterworfen. Aber darüberhinaus verleihen wir der Zeit und dem, was sie alles tun kann, eine sehr große Bedeutung, und wir lassen uns oft davon einzwängen.

Ja, Zeit ist eigentlich etwas Subjektives, von dem wir alle so tun, als ob es eine objektive Kraft sei, die uns altern lässt oder Verfall bringt. Aber es ist einfach eine Art und Weise, die Überflüssigkeit der Materie zu betrachten. Ohne Materie gibt es auch keine Zeit.

Einige Physiker bestätigen einen Bereich, der die Zeit transzendiert. Und das ist keine Theorie, denn sie sprechen von einem göttlichen Bereich, einem ewigen Bereich. Aber dann bleibt die Frage, ob es eine Art Verbindung zwischen diesem ewigen Bereich und dem, was als menschlicher Zustand materieller Dinge erscheint, gibt – oder nicht. Glauben Sie, es gibt oder es kann eine Verbindung geben?

Nein, das glaube ich nicht – aus demselben Grund, warum ich nicht glaube, dass es eine Verbindung zwischen der Kreide und der Mathematik als solcher gibt. Wenn auf einer Wandtafel 2+2=4 geschrieben steht, dann ist die Mathematik nicht in der Kreide. Die Kreide ist eine endliche Betrachtungsweise der Wahrheit. Die Wirklichkeit von 2+2=4 wird ja nicht erschaffen, sie ist nicht von der Zeit abhängig, sie hat weder Anfang noch Ende – es ist einfach 2+2=4. Das ist ein Gesetz des Universums. Wenn Sie es mit Kreide aufschreiben, stellen Sie es auf eine begrenzte Weise dar, aber die Kreide als Materie hat nie wirklich etwas mit Mathematik als Idee zu tun. Die Mathematik kommt nicht und geht dann wieder.

Man kann es auch so sehen, dass solange es einen göttlichen Bereich gibt, wo Zeit nicht existiert, es auf der Tafel keine Transformation von „2+2=4“ gibt, denn das ist eine begrenzte Betrachtung der Wirklichkeit. Mit anderen Worten, es gibt keinen Dualismus.

Sie werden keine Zeit finden, die sich in Unendlichkeit verwandelt, denn die Summe aller endlichen Dinge ergibt nicht die Unendlichkeit, genausowenig wie die Summe von Fehlern eine korrekte Antwort ergibt. So kann man versuchen, die Zeit zu addieren, um zur Ewigkeit zu gelangen, aber man wird nie hinkommen. Es gibt keine Verschmelzung oder letztendliche Evolution des materiellen Zeitsinnes hin zu einem Ewigkeitsinn. Ich glaube, es gibt den Ewigkeitsinn, und die Zeit ist eine begrenzte Betrachtungsweise der Dinge – eine Betrachtungsweise, die nicht mit der Ewigkeit koexistiert. Diese begrenzte Betrachtungsweise muss aufgegeben werden

Sehen Sie bei der Zusammenarbeit mit Ihren Kollegen, dass deren Arbeit in diese Richtung verläuft?

Naja, bei einigen schon. Ich habe mit einigen Leuten Kontakt gehabt, die über die Zeit und was sie bedeutet, sprechen. Ich glaube, Quantenphysiker beginnen darüber nach-zudenken, dass Dinge nicht existieren, bis sie beobachtet werden. Mit anderen Worten, das „Messungsproblem“ besagt, dass Dinge – mikroskopische Partikel usw. – buchstäblich nicht existieren, bis sie tatsächlich gemessen werden. Viele Physiker kommen auf die Idee, dass Bewusstsein das primäre Maß ist, dass man keine Messung ohne Bewusstsein haben kann. So hat bewusstes Denken tatsächlich der Beobachtung oder der Entstehung von allem, was entdeckt wird, voranzugehen.

Ich finde, das ist außerordentlich interessant, denn eine andere Facette der Physik, die die Menschen erforschen, ist die „Nichtlokalität“ von Ereignissen. Diese besagt, dass man ein Experiment durchführen kann, bei dem ein Ereignis augenblicklich ein anderes in willkürlicher Entfernung beeinflusst. Dies nennt sich der „Bellsche Lehrsatz“. Wenn also das Bewusstsein das ursprüngliche Maß ist und es nicht lokalisiert werden kann, so sehe ich, dass unter den Physikern erste Argumente dafür geliefert werden, dass das Bewusstsein die primäre Substanz des Universums ist – und zwar überall.

Um es anders auszudrücken, die große Einheitstheorie lautet: „Alles ist unendliches Gemüt.“ Und ich sage voraus, dass sich die Quantenphysiker und die Astrophysiker und die Kosmologen auf diese Wahrheit hinbewegen. Mary Maker Eddy sagte dies vor mehr als 100 Jahren. Ich sehe, wie die Wissenschaft zur Wissenschaft des Gemüts wird.

Diese Wissenschaft wäre dann die Entdeckung dessen, was dieses Gemüt weiß, und vielleicht auch, was dieses Gemüt uns zeigt, das es weiß?

Ja, genau! Und das bedeutet, bei der Schöpfung geht es um Ideen, und Ideen sind natürlich keinem Anfang oder Ende unterworfen, denn sie sind nicht der Wiederholung von Materie unterworfen, und Zeit ist ja nichts anderes als das.

Sie sprechen über diesen ewigen Bereich, dieses unendliche Gemüt, doch wahrscheinlich denken viele von uns, dass wir ziemlich weit davon entfernt sind und in einer sehr begrenzten Welt leben. Wie können wir uns dieses „unendliche Gemüt“ mehr zunutze machen und mehr darüber entdecken?

Also, ich habe zum Beispiel Kinder, die ich in der Schule oder Sonntagsschule unterrichtete, gefragt: „Wie sucht Ihr Euch einen Freund aus? Müssen Freunde eine bestimmte Größe oder ein bestimmtes Gewicht oder eine bestimmte Haarfarbe haben?“ Und sie sagten: „Nein, aber die sollten ehrlich sein und sie müssten irgendwie fröhlich sein und sie müssen freundlich sein.“ Und dann begannen sie Eigenschaften aufzuzählen, die noch nie jemand gemessen hat und die die Physik nicht messen kann – es gibt keine Einheiten von Fröhlichkeit oder Einheiten von Ehrlichkeit oder die Farbe von Aufrichtigkeit. Damit öffnet sich die Tür einen Spalt und sie können verstehen, dass sie tatsächlich in einer Welt von Ideen leben anstatt in einer Welt der Materie. Es erscheint für uns wie ein Übergang, aber in Wirklichkeit offenbart sich nur etwas, was schon da ist. Und damit schließt sich sozusagen der Kreis, denn wenn die Schöpfung ein kontinuierliches Ereignis ist, das Ideen offenbart, dann ist die Zeit veraltet.

Die Zeit verschwindet.

Ja, die Zeit verschwindet

Da muss man ja erstmal drüber nachdenken!

Und das Tolle ist, dass man es anwenden kann, und es gibt praktische Aspekte in unserem Leben, wenn uns dies Tag für Tag klar wird. Man kann die Grenzen der Zeit überwinden und das wird sich nach und nach in Gesundheit und Alterslosigkeit zeigen.

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