Von Deanna Mummert
Die Bibellektion von dieser Woche fordert uns auf, hinter unseren täglichen Aktivitäten Gott als Alles zu sehen – alle Kraft, alle Macht, alle Liebe – alles Gute. Diese Eigenschaften beschreiben „Gemüt“, das Thema dieser Lektion. Gemüt, als die eine wirksame Macht, erhält uns ununterbrochen. Mary Baker Eddy erklärte kühn: „Die Welt würde ohne Gemüt, ohne die Intelligenz, die den Wind in ihrer Hand hält, zusammenfallen.“ (Wissenschaft und Gesundheit, Seite 209, Zitat 2) Jeder Abschnitt dieser Lektion liefert uns Geschichten und Beschreibungen, die diese Aussage unterstützen. Die Geschichten beschreiben, wie diese Menschen ganz individuell von Gott als Gemüt geführt wurden. Sie verschaffen uns Klarheit, um die geistige Idee als Gemüt zu verstehen, wie Gemüt positiv unser Leben beeinflusst, die Welt erhält und uns zum Frieden führt.
Die Worte von Jesaja im Wechselseitigen Lesen und die Erfahrungen von Hiob, auf die der erste Abschnitt Bezug nimmt, lehren uns, unser Denken auf unsere Beziehung zum Gemüt zu richten, auf Gott als unseren Schöpfer. Jesaja, ein Prophet, erhöhte Gott um Seiner Stärke und Weisheit willen zu einer Zeit, als Israel in ernster Gefahr war. Jesaja verlor nie Gott als den Schöpfer von Allem aus den Augen – wie auch Gott als seinen Lehrer und Führer. (Jes 40:12-14,25,26, Wechselseitiges Lesen) Hiobs Freund Elihu versuchte Hiob davon zu überzeugen, dass Gott gut und gerecht ist, indem er Gottes wunderbarer Werke gedachte: „… steh still und merke auf die Wunder Gottes!“ (Hiob 37:14, Zitat 4)
Wenn Gemüt die einzige Macht ist, kann es nur einen Gott geben. Und trotzdem – in alten Zeiten glaubten die meisten Menschen an viele Götter, an je einen Gott für verschiedene Nöte. Die Propheten folgten bestimmten Göttern und wurden erst offiziell als Propheten anerkannt, wenn sie die Macht ihres Gottes beweisen konnten.
Elias, ein Prophet Gottes, forderte die Baal-Anbeter heraus und bewies, dass es nur eine Macht gibt – einen Gott. (1. Kön 18, Zitat 7) Heute wie zu Zeiten Elias‘ müssen wir uns der Herausforderung stellen und Gott als die einzige Macht anerkennen. Der Gedanke jedoch, dass wir von einer von Gott getrennten Macht regiert werden, setzt die allmächtige Weisheit herab. (Wissenschaft und Gesundheit, S. 83, Zitat 7)
Im Matthäusevangelium (9:1-8, Zitat 10) heilte Jesus einen gelähmten Mann, als er den Glauben der Freunde dieses Mannes sah. Und ebenfalls bei Matthäus brachte Jesus anderen bei, die Menschen zu heilen. Dieselbe Macht, die Jesus zur Verfügung hatte, durften auch die Jünger in Anspruch nehmen. Gott – Gemüt. „… gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben und heilten alle Krankheiten und alle Gebrechen.“ (Mt 10:1, Zitat 12) Paulus bewies dies, als er einen gelähmten Mann in Lystra heilte. (Apg 14:8-10, Zitat 15)
Glauben an die Macht des allgegenwärtigen Gemüts zu haben hilft, die brüderliche Liebe zu demonstrieren und die Welt im Frieden zu vereinen. In seinem Brief an die Philipper beschreibt Paulus diese Einigkeit (Zitat 18): „So macht meine Freude nun vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. (Phil 2:2, Zitat 18) Und auch in dem Brief an die Galater schreibt er: „Denn das Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem: ‚Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!‘“ (Gal 5:14, Zitat 19) Wenn wir uns untereinander verbinden und einander lieben, dann sind wir uns des Friedens als ein Geschenk bewusst.
Die meisten Menschen denken beim Wort „Frieden“ an ein Substantiv. Das Wort hat jedoch seine Wurzeln im Griechischen, und zwar im Verb „sich verbinden“. Im 2. Korintherbrief wird das griechische Verb „eirene eimi“ verwendet. „Liebe Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen, lasst euch mahnen, habt einerlei Sinn, haltet Frieden! So wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein.“ (2. Kor 13:11, Zitat 22) Es unterstreicht die Tätigkeit des Sich-Verbindens, daher die Übersetzung „in Frieden leben“. In biblischen Zeiten wie auch heute bedeutet Friede nicht eine freudige, aber isolierte Aktivität. In Frieden leben erfahren wir, wenn wir fortschreiten und die Macht und Stärke Gottes mit anderen Menschen verbinden, mit anderen Nationen oder mit der Umgebung.
So wie wir in Wissenschaft und Gesundheit (Seite 340, Zitat 28) lesen können: „Der eine unendliche Gott, das Gute, vereint Menschen und Völker, schafft Brüderlichkeit unter den Menschen, beendet Kriege, erfüllt die Bibelstelle ‚Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst‘, vernichtet heidnische und christliche Abgötterei – alles, was in sozialen, bürgerlichen, strafrechtlichen, politischen und religiösen Gesetzen falsch ist, stellt die Geschlechter gleich, hebt den Fluch über den Menschen auf und lässt nichts übrig, was sündigen, leiden, was bestraft oder zerstört werden könnte.“
So, wie wir in dieser Lektion lesen können, verbanden sich Jesus, Jesaja, Hiob und auch Paulus ganz individuell mit einzelnen Menschen als auch mit Gruppen durch die Macht der Heilung. Sie verstanden die Kraft und die Macht des Gemüts, Gottes. Mary Baker Eddy bringt uns diese Idee in die Gegenwart: „Durch die göttliche Wissenschaft vereint Geist, Gott, das Verständnis mit ewiger Harmonie. Das ruhige und erhobene Denken oder das geistige Erfassen hat Frieden.“ Wissenschaft und Gesundheit (Seite 506, Zitat 30) Ein Gott, eine Macht, ein Gemüt.
Deanna Mummert wird ihr Bibel-Studium im Mai 2012 an der Earlham School of Religion in Richmond, Indiana, USA, mit einem Masterabschluss beenden.