Von Kathleen Collins
Wie ist es möglich, unsere tiefe Dankbarkeit Gott gegenüber auszudrücken? Der Psalmist denkt über diese Frage im „Goldenen Text“ der Lektion zum Thema „Sakrament“ von dieser Woche nach: „Wie soll ich dem Herrn vergelten all seine Wohltat, die er an mir tut? Ich will den Kelch des Heils nehmen und des Herrn Namen anrufen.“ (Ps 116:12,13)
Aus demselben Grunde fragt Mary Baker Eddy ihre Leser: „Christen, trinkt ihr seinen Kelch?“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 33, Zitat 23)
In dieser Lektion wird das Wort „Kelch“ einundzwanzig Mal erwähnt, es lohnt sich also, genauer darüber nachzudenken!
Ein Kelch bedeutete in der biblischen wie auch in der heutigen Zeit ein Trinkgefäß, aber er symbolisiert auch die Aufgaben des Lebens, die Gott uns auferlegt. Wie wir im Psalm 16:5,6 lesen können: „Der Herr ist mein Gut und mein Teil, du erhältst mir mein Erbteil.“
Ganz nahe bei Gott zu sein und an Seinem heiligen Ort zu stehen erfordert „unschuldige Hände und ein reines Herz.“ (Ps 24:3,4, Zitat 5) Ein gedanklicher Zustand, der die Taufe symbolisiert. Wissenschaft und Gesundheit definiert Taufe als „Reinigung durch Geist; untertauchen im Geist.“(S. 581, Zitat 2) Jesus verband die Wörter „Kelch“ und „Taufe“, indem er seine Jünger fragte: „Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? Und mit der Taufe, mit der ich getauft werde, werdet ihr getauft werden.“ (Mt 20:22, Zitat 3)
Die Jünger spürten die Ernsthaftigkeit dieser Frage bei ihrem letzten Mahl. Während einer seiner eindringlichsten Lektionen nahm Jesus einen Kelch gefüllt mit Wein und gab ihn den Jüngern, damit sie alle daraus trinken konnten. „Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: ‚Trinket alle daraus’“. (Mt 26:27, Zitat 16) Für jene, die den Weg Christi annahmen, wurde dieser Kelch eine gemeinsame, heilige Erfahrung, die wir nun als die Kommunion bezeichnen.
Für viele Christen beinhaltet die Kommunion ein Teilnehmen am Verteilen von Brot und Wein. Christian Science jedoch beseitigt alle ritualen Elemente und nähert sich auf spirituelle Art der Kommunion, wie Christian Science erklärt: „Unser Abendmahl ist geistige Kommunion mit dem einen Gott. Unser Brot, ‚das vom Himmel kommt’, ist die Wahrheit. Unser Kelch ist das Kreuz. Unser Wein ist die Inspiration der Liebe, der Trank den unser Meister trank und seinen Nachfolgern empfahl.“ (S. 35, Zitat 19) Kommunion leitet sich vom Lateinischen ab und bedeutet „Gemeinschaft, stumme Teilnahme, mit fühlen“. „Es hat dieselbe Wurzel wie „Kameradschaft“. Das griechische Wort „Kommunion“, koinonia, wird im Neuen Testament meistens als Gemeinschaft übersetzt, so wie hier im ersten Korintherbrief 10:16 (Zitat 19): „Der gesegnete Kelch, (der Weinkelch am Abendmahl) den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi (wenn wir ihn trinken)? Das Brot, das wir brechen (und essen), ist das nicht die Gemeinschaft (die Kommunion) des Leibes Christi?“
Dieser Sinn für die Gemeinschaft leitet uns dahin, die heilende Wahrheit mit den anderen zu teilen, in direktem Gehorsam Jesus gegenüber, der uns befiehlt, „einen Becher kalten Wassers“ weiterzugeben. Gibt es etwas, das mehr erfrischt als ein Becher kühlen Wassers in der heißen Wüste? Genauso gibt es keine größere Befriedigung als eine einfache, geistige Wahrheit mitzuteilen – oder zu bekommen –, die wir benötigen.
Gastfreundschaft war sehr wichtig zu Jesu Zeiten und die Zuhörer Jesu verbanden dies wahrscheinlich mit der Vorbereitung von prächtigen Banketten mit illustren Gästen. Mit liebenswerter Einfachheit erklärte Jesus, dass ein einfacher Becher kalten Wassers, den wir einem kleinen Kind geben, schon seinen Lohn in sich birgt. „Und wer einem dieser Geringen auch nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Es wird ihm nicht unbelohnt bleiben.“ (Mt 10:42, Zitat 11) Und wie es Wissenschaft und Gesundheit beschreibt: „Jemandem in Christi Namen einen Becher kalten Wassers zu geben, ist ein christlicher Dienst.“ (S. 436, Zitat 9)
Mit einem gemeinschaftlichen Geist – an diesem Kommunionsgottesdienst wie auch jeden Tag – müssen wir uns fragen: „Sollten wir den Kelch, den uns unser Vater gereicht hat, nicht trinken und die Lektion, die Er lehrt, nicht lernen?“ (WuG, S. 66, Zitat 4) und wir antworten mit einem kraftvollen: Ja!
Kathleen „Kat” Collins ist Pflegerin der Christlichen Wissenschaft in Godfrey, Illinois, USA. Sie hat einen Masterabschluss in Bibelstudien.