Von Abby Fuller
In der Lektionspredigt dieser Woche mit dem Titel „Die Christliche Wissenschaft“ erfahren wir Gründe dafür, warum Jesus der Messias war, der Christus, der uns zeigt, wie wir die Wissenschaft des Christus verstehen können. Die zwei unabhängigen Erzählungen über die Geburt Jesu in Matthäus 1:18-2:23 und Lukas 1:26-2:40 bilden die Grundlage für Jesus als Messias (vgl. Auszüge in den Zitaten 2-4). Obwohl viele von uns die Hauptlinien der Erzählungen recht gut kennen, empfehle ich doch, einige Zeit zu investieren, um diese großartigen Erzählungen ganz zu lesen und sie tiefer zu verstehen.
In Lukas‘ Version wird als einziger von den Hirten, der Herberge und der Krippe gesprochen. Den Hirten wird mitgeteilt, dass wenn sie Jesus in der Krippe sehen, sie dem Christus, dem Herrn, begegnen, ihrem Messias. Wissenschaft und Gesundheit beschreibt das Kind, in Bethlehem geboren, als „den menschlichen Botschafter des Christus, der Wahrheit“ (S. VII, Zitat 2). Die Erzählung bei Lukas bringt mehr Hintergrundinformationen, wenn von Elisabeth, Zacharias und Johannes (Lk 1:5-25) und ihrer Beziehung zu Maria und Jesus gesprochen wird. Die Verkündung des Engels bei Maria, ihre Antwort und ihre Begrüßung Elisabeths (oft wird dies das Magnificat genannt, Lukas 1: 46-55) werden nur bei Lukas erwähnt.
Im Matthäusevangelium stehen viele Gründe dafür, warum Jesus der Messias ist. Sie beziehen Josefs Verwandtschaft zu David ein, dem Sohn von Jesse (denn es wurde vorhergesagt, dass der Messias einer aus dem Hause Jesse sei, vgl. Jes 11:1) und die Tatsache, dass er aus Nazareth stammt, aber in Bethlehem geboren wurde. Nur in Matthäus’ Bericht über die Geburt erscheinen die weisen Männer aus dem Morgenland, die den Stern im Osten gesehen haben (Mt 2:1), und über die Flucht nach Ägypten wird berichtet. Die Weisen, wahrscheinlich Astrologen aus Persien und/oder aus China, sind nicht sofort angekommen, sie mögen vielleicht bis zu zwei Jahre später erschienen sein. Was war der „Stern im Osten“? Es gibt dafür viele Hypothesen, aber es scheint möglich, dass es kein Stern gewesen ist, sondern ein Zusammenstehen von Planeten in einem astrologischen Sternzeichen (eine Konstellation im Zodiak, durch die die Sonne zieht), was für die Hebräer wichtig war, aber dem Herodes als Römer nicht bekannt gewesen ist. Wissenschaft und Gesundheit erklärt, dass die Weisen dem „Tagstern der göttlichen Wissenschaft folgten, der den Weg zu ewiger Harmonie erleuchtete“ (S. VII, Zitat 2).
Durch seine Heilungen erleuchtete Christus Jesus den Weg, der das Aufdämmern der Wissenschaft des Christus – oder die Christliche Wissenschaft, wie es Mary Baker Eddy nennt, ankündigt. In Abschnitt IV der Lektion erfahren wir von einer Frau, die an Blutflúss litt (vgl. Lk 8:43-48, Zitat 14; auch Mt 9:20-22; und Markus 5: 25-34). Das ist aber nur die Hälfte der Geschichte, in der auch die Erweckung von Jairus‘ Tochter erzählt wird. Die Frau, die Jesus berührte, hatte alle Hoffnung auf die Hilfe der Ärzte verloren, aber sie hatte ein umso größeres Vertrauen und einen Glauben in Jesu Fähigkeit, sie zu heilen und ihr gegenüber barmherzig zu sein. Sie brach ein Gesetz, indem sie ihn berührte, doch er vergab ihr und heilte sie. Jesu Fähigkeit zu erkennen, dass jemand ihn berührte, als niemand es sehen konnte, war ein Zeichen seiner Spiritualität (vgl. WuG, S. 86, Zitat 16) und der Tatsache, dass er der Messias, der Christus, war.
„Christus, als die geistige oder wahre Idee Gottes, kommt heute wie vor alters und predigt den Armen das Evangelium, heilt Kranke und treibt die Übel aus“ (WuG, S. 347, Zitat 21). Jesus stellte den Christus dar, aber seine Geburt, sein Leben, sein Tod und die Auferstehung waren nicht die einzigen Male, in denen der Christus bei der Menschheit war. Wir brauchen nicht auf die Vorankündigung der Ankunft der Geburt Jesu zu warten, um den Christus zu erfahren, die Gegenwart von Gottes Liebe in unserem Leben. Sie ist immer bei uns, und die Gesetze, die unser Leben beherrschen, die Christliche Wissenschaft, zeigen uns, wie wir ihre rettende und heilende Kraft demonstrieren können. „Meine langmütige Hoffnung versucht sich den glücklichen Tag vorzustellen, an dem der Mensch die Wissenschaft des Christus erkennen und seinen Nächsten lieben wird wie sich selbst …“ (WuG, S. 55, Zitat 24). Nehmen wir uns Zeit an diesem Weihnachten, um den Christus in den anderen zu sehen und danach zu suchen, wie wir den anderen inniger lieben können.
Abigail Fuller hat den Master-Abschluss in Physik erworben und arbeitet an ihrem Master-Abschluss in Theologie am San Fransisco Theological Seminary. Sie lebt in San Anselmo, Kalifornien, USA.