Von Madelon Maupin
Mit einer biblischen Aufforderung aus einem Brief von Paulus an die Korinther wird das Thema dieser zeitgemäßen Lektion „Seele und Körper“ eingeläutet: „Preiset den Herrn mit eurem Körper und eurem Geist, denn beide gehören Ihm“ (nach der englischen Bibel, 1. Korinther 6:20).
Gedankliches Kreisen um den Körper – „Fühlt er sich gut genug an, ist er gesund, kalt, warm, dünn, hübsch oder gutaussehend genug?“ – kann heutzutage einen faszinierenden bis fast hypnotisch-fixierenden inneren Dialog ausmachen. Dagegen bietet nun diese Lektion von ihren ersten Zeilen an eine Alternative zum Nachdenken und Nachsinnen: Seele, Gott, als Grundlage von Identität, und die geistigen Reichtümer, die diese einschließt.
Das wechselseitige Lesen zeigt uns den ersten Schritt auf unserer Seelenreise, die uns von einer Fixierung auf den physischen Körper als alleinige Identität wegführen soll: Preise den Herrn! Ehre stammt von dem griechischen Wort „doxa“ ab, und wird als Aktivität in den Verbformen „ehren“ und „preisen“ verwendet. Die hebräischen Ursprünge dieses Wortes sind damit verbunden, wie die Israeliten sich eine Erscheinung Jahwes vorstellten, nämlich durch Licht. Daher schwingt in der neutestamentlichen Verwendung des Nomens „Ehre“ die Vorstellung eines göttlichen, himmlischen Strahlens und ebensolcher Herrlichkeit mit. Dieses Verständnis macht den Kern seiner vielfachen Benutzung in Johannes 17 aus, wo wir das längste Gebet Jesu finden, das in den Evangelien festgehalten wurde. Die schwierigsten Stunden seines Lebens vor sich betet Jesus erst für sich selbst (Verse 1-5) und dann für seine Jünger (Verse 6-10). Wie richtungsweisend die Worte des Meisterchristen für uns heute sind! „Nun, Vater, verherrliche du mich bei dir mit der Herrlichkeit, die ich bei dir hatte, ehe die Welt war“ (Vers 5).
Jesus rief Gott an, damit Sein Strahlen auch sein menschliches Denken erhellen sollte. Das zeigt, wie der Sohn im Gegenzug seinen göttlichen Vater preist und ehrt – er beweist durch seine Auferstehung, dass die Identität des Menschen unzerstörbar ist. Das ist „Ehre in zwei Richtungen“ – Gott, Seele, ehrt den Sohn, der wiederum Gott, Seele, ehrt und preist, in dem er die geistige Natur des Menschen beweist.
Der erste Abschnitt dieser Lektion basiert auf dem ersten Gebot: „Du darfst keine anderen Götter haben neben mir“ (nach The New Living Translation, 5. Mose 5:7, siehe Zitat 2). Mary Baker Eddys Definition von „Götter“ deckt auf, wie „die Schlangen des Irrtums“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 587, Zitat 1) für Seele im Körper argumentieren und implizieren, dass Gott, Seele, sich irgendwie in Materie verwandeln würde. Es ist die Wissenschaft, die das berichtigt, indem sie enthüllt, dass „… Geist, Seele, nicht im Körper ist und dass Gott nicht im Menschen ist, sondern vom Menschen widergespiegelt wird“ (S. 467, Zitat 3).
Der zweite Abschnitt verdeutlicht, wie wir die Aufforderung des Goldenen Textes „Preiset den Herrn mit eurem Körper“ (nach der engl. Bibel, 1. Korinther 6:20) erfüllen können, nämlich indem wir das wahre Erbe des Menschen verstehen. Identität leitet sich nicht von Gesetzen der Vererbungslehre ab, die das Menschengeschlecht als biochemische Nachkommen definieren würden, sondern „Identität ist die Widerspiegelung des Geistes, die Widerspiegelung in mannigfaltigen Formen des lebendigen Prinzips, Liebe“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 477, Zitat 8).
Was könnte diese geistige Klarheit unterwandern? Falsche Einflüsse, die das Gegenteil von dem versprechen, was sie tatsächlich bieten. Sie werden im dritten Abschnitt erklärt. Statt Freiheit zu finden, wenn jemand sich übermäßig seinen Gelüsten hingibt, wird er von den eigenen Sinnen versklavt. Paulus war sich dessen bewusst, als er riet: „Lasst eure Lebensweise nicht von Sünde beherrschen … sondern gebt euch Gott vollständig hin“ (nach der englischen Bibel, Römer 6:12, 13, siehe Zitat 14). Wir gehorchen dem, dem wir Glauben schenken. Wie wichtig ist es daher, nicht nur zu glauben, sondern unsere geistige Identität auch zu verstehen. Denn sie hält uns erhoben über das vorgetäuschte Ziehen und Zerren der Sinne.
Abschnitt 5 veranschaulicht Jesu Heilarbeit. Er demonstrierte die Substanz von Seele, indem er einen Mann heilte, der gelähmt war. Jesus half ihm, sich von seinem Selbstverständnis als materiell zu lösen und „zur Seele hin- und vom materiellen Sinn weg“ zu streben (Wissenschaft und Gesundheit, S. 323, Zitat 20).
Die Transformation Jesu schließt den Kreis der „Ehre“ – von der schon das Wechselseitige Lesen sprach – in der ultimativen Veranschaulichung des Neuen Testaments, dass der Mensch als Widerspiegelung von Seele unsterblich ist. In der Zwiesprache mit Moses und Eliah, die das Gesetz und die Propheten repräsentieren, sind es eher die Worte Gottes als die von Petrus, die den Schwerpunkt des Abschnitts ausmachen. Wir werden an Gottes Verheißung zu Jesu Taufe erinnert. Der Vater bestätigt wiederum, dass Jesus Sein geliebter Sohn ist, und fordert uns sehr bewusst dazu auf: „Den sollt ihr hören!“ (Markus 9:7, Zitat 20). Diese Lektion hilft uns, ihn vollständig zu hören, indem wir eine Identität pflegen, die in Seele verwurzelt ist, und uns daran freuen, diese täglich zu zeigen.