Von Abby Fuller
Christian Science erklärt, dass wir alle sündlos, fröhlich, heil, todlos – keine Sünder – sind; nicht gebrochen, gefallen oder grundlegend fehlerhaft. Und die wöchentliche Bibellektion mit dem Titel „Die Sterblichen und die Unsterblichen“ versichert uns, dass die erstgenannte Sichtweise die ist, wie Gott uns sieht. Wie Jesus sagte: „Darum sollt ihr vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ (Mt 5:48, Zitat 8)
Die Ansicht der protestantischen Theologie ist, dass der Mensch, ein Sünder, der Liebe und der Verzeihung unwürdig ist. Doch – durch die Gnade Gottes – wird der Mensch geliebt und ihm wird verziehen.
In der Lektion dieser Woche hören wir immer wieder den Aufruf zur Rechtschaffenheit. (Siehe Sprüche, Kap. 12 im Goldenen Text; Jes, Kap. 45, Zitat 2; Wissenschaft und Gesundheit, S. 254, Zitat 10 und Ps, Kap. 33, Zitat 9) Wir werden dazu aufgefordert, das zu erkennen, was wir schon jetzt sind, Gottes vollkommene Widerspiegelung. Es ist kein Versuch, etwas Grundsätzliches an unserem Zustand zu ändern. Und trotzdem können wir die Diskussion auf ein höheres Niveau heben, indem wir erkennen, dass wir alle als Gottes Kinder unsterblich sind – sündlos und ewig. (WuG, S. 304, Zitat 11)
Der Brief des Apostel Paulus an die Römer ringt mit Gefühlen der Wertlosigkeit. Hören wir auf „das Fleisch“, machen wir Gebrauch von totem Denken – oder hören wir auf Geist, den Atem Gottes? Wir werden daran erinnert, dass „in der göttlichen Wissenschaft … Gott und der wirkliche Mensch untrennbar als göttliches Prinzip und göttliche Idee [sind].“ (WuG, S. 476, Zitat 7) Wir können nie getäuscht werden durch die gefälschten Argumente der Sterblichkeit. Wir sind nach Gottes Bild erschaffen, nicht zerrüttet oder krank.
Wenn wir uns mit Krankheit abquälen, können wir einen plötzlichen Wandel erleben, wenn unser Gedanke sich erhebt. In Lukas 4:38-41 erleben wir eine sofortige Heilung von Simons Schwiegermutter (siehe Zitat 15). Als Jesus dem Fieber Einhalt gebot, fühlte sie sich nicht nur ein bisschen besser und blieb noch im Bett, um sich zu erholen. Das Fieber verschwand vollständig und sie ging sofort zurück an ihr Tagewerk. Jesus war ihr Gast, so dass sie und die anderen Frauen des Hauses viel Arbeit damit hatten, das Essen und die Unterkünfte vorzubereiten. Der Glaube an Krankheit hat keine wirkliche Kraft und kann uns nicht davon abhalten, an unserem vorgesehenen Platz zu sein und gute Arbeit zu verrichten.
In Lukas 8,41-55 sehen wir ebenfalls diese Freiheit von Begrenzungen durch zwei Heilungen demonstriert. Jairus kam zu Jesus mit der Bitte um Hilfe für seine Tochter, die an einer unheilvollen Krankheit litt (Zitat 20). Das scheint sehr bemerkenswert, weil Jairus ein religiöser Führer war; und Jesus wurde als ungebildeter Zimmermann angesehen. Auch war es wahrscheinlich selten, dass sich ein Elternteil so sehr um eine Tochter sorgte. Sie war zwölf Jahre alt, an der Schwelle eine Frau zu werden. Als Jesus auf dem Weg war, um ihr zu helfen, kam eine andere Frau, die schon seit zwölf Jahren an Blutfluss litt – berührte sein Kleid und wurde geheilt. Wahrscheinlich ist es kein Zufall, dass die Zahl zwölf mit diesen beiden ineinandergreifenden Heilungen verwendet wird. Jairus’ Tochter hatte genau so viele Jahre gelebt, wie die Frau am Blutfluss gelitten hatte.
Der Autor von „Lukas“ nimmt sich öfter Zeit, über die Sorgen von Menschen zu diskutieren, über die man sonst hinwegsah und die ungenannt blieben. Beide hier genannten Heilungen zeigen auf, dass Jesus sich Zeit nahm für sie, auch wenn er einen Umweg machen und andere auf ihn warten mussten. Jairus musste so lange warten, dass Botschafter zu Jesus kamen, um ihm mitzuteilen, dass die Tochter von Jairus gestorben sei. Doch Jesus wusste, dass sich Leben nicht im Körper befindet, sondern ewig ist; so dass er alle hinausdrängte und auch die sachkundig Trauernden bat, das Haus zu verlassen. Er ließ nur die Jünger, die ihm nahestanden, und die Eltern des Mädchens ins Haus. Als Jesus das Mädchen von den Toten auferweckte, befahl er, man solle ihr zu essen geben; er wusste dass sie vollständig geheilt war.
Diese Frau und dieses Mädchen (die beide namenlos bleiben) demonstrierten beide Gerechtigkeit und Glauben, sogar als sie Gesetze brachen, so dass sie geheilt wurden. Die Lektion dieser Woche zeigt auf, dass wir alle Gerechtigkeit demonstrieren können, auch wenn es scheint, dass Schranken unseren Weg versperren. Nichts kann uns davon abhalten, unsere Unsterblichkeit und Vollkommenheit auszudrücken.
Abigail Fuller hat den Master-Abschluss in Physik erworben und arbeitet an ihrem Master-Abschluss in Theologie am San Fransisco Theological Seminary. Sie lebt in San Anselmo, Kalifornien, USA.