Von Michael Hamilton
Bevor Mary Baker Eddy Wissenschaft und Gesundheit geschrieben hat, „hatte sie ausführliche Aufzeichnungen von Bibelauslegungen gemacht, die niemals veröffentlicht wurden“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. ix), wie sie im Vorwort dort erzählt. Der Biograph Robert Peel merkt an, dass „das Manuskript, an dem sie zu jener Zeit wahrscheinlich gearbeitet hat, aus groben Notizen zu dem ersten Band eines geplanten Projektes von enormem Umfang, das heißen sollte ‚Die Bibel in ihrer geistigen Bedeutung‘. Band 1 hieß ‚Genesis‘.“ (Mary Baker Eddy, The Years of Discovery, S. 204) Obwohl sie ihren Plan für eine mehrbändige Darlegung erst mal fallen ließ, gipfelten Eddys Bemühungen in eine geistige Auslegung eines Teils der Genesis, die sich heute in Kapitel XV von Wissenschaft und Gesundheit wiederfindet. In der dieswöchigen Lektion mit dem Titel „Adam und der gefallene Mensch“ stammen fast die Hälfte der entsprechenden Stellen von diesem schöpferischen Kapitel.
Der episodenhafte Aufbau der Bibelstellen in dieser Lektion eignet sich für eine tiefgründige Untersuchung des frühen Teils der Genesis. Neun der zehn Abschnitte drehen sich um dieses Buch. Jedoch gesellen sich Textstellen von anderen verwandten Büchern der Bibel zu diesem Text aus der Genesis, dem 1. Buch Mose, und erhellen ihre Ansprüche noch zusätzlich. So haben wir zum Beispiel in Abschnitt II, noch vor dem Bericht über die Schöpfung des Menschen „aus Erde vom Acker“ (1. Mose 2), dies von den Predigern: „Schau, allein das hab ich gefunden: Gott hat den Menschen aufrichtig gemacht; aber sie suchen viele Künste“ (7:29, Zitat 3). Die New Revised Standard Version übersetzt das so: „Schau, das allein habe ich gefunden, dass Gott die menschlichen Wesen aufrichtig gemacht hat, aber sie haben sich viele Pläne ausgedacht.“
Wissenschaft und Gesundheit erklärt: „Wenn vom Menschen gesprochen wird, der zu Gottes Bild erschaffen ist, so ist damit nicht der sündige und kränkliche sterbliche Mensch gemeint, sondern der ideale Mensch, der Gottes Gleichnis widerspiegelt“ (S. 346, Zitat 2). Diese Schlüsselidee bezieht sich auf das erste Kapitel der Genesis, die darlegt: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde“ (1:27, Zitat 1). Dieser (in Abschnitt 1 erwähnte) erste Bericht steht im Kontrast zum zweiten Schöpfungsbericht aus den Abschnitten II-IX. Acht kurze Abschnitte analysieren die zweite Schöpfungsgeschichte bis ins Detail. In Abschnitt III benennt Adam „jedes Tier“ (1. Mose 2:19). Abschnitt IV stellt eine Frau vor, die aus einer seiner Rippen gestaltet ist ((1. Mose 2:22, Zitat 9). Als Nächstes beschriebt Abschnitt V eine Schlange, „listiger als alle Tiere auf dem Felde“ (1. Mose 3:1, Zitat 10). Das Wort subtil (für listiger) stammt aus dem Hebräischen aruwm, das auch schlau, geschickt, zänkisch, listig, klug, vernünftig heißen kann, obwohl es hier nicht in den letzteren beiden Bedeutungen verwendet wird. Abschnitt VI bringt Gott, den Herrn, bei seiner Suche nach Adam nach Eden. „Der Herr“ ist übersetzt vom hebräischen Titel Yahweh oder Jehova, der Bestehende. Auf der anderen Seite wird im 1. Buch Mose, Kapitel 1:1-2:3 das hebräische Wort für Gott Elohim gebraucht, das ein Substantiv in der Mehrzahl ist, aber in der Bedeutung der Einzahl verwendet wird, also Gott oder der (wahre) Gott.
Die Begegnung des Herrn mit Adam, Eva und der Schlange und deren Vertreibung aus dem Garten Eden steht in den Abschnitten VII-IX im Mittelpunkt. Wissenschaft und Gesundheit macht eine fesselnde Beobachtung über die Vorgänge: „Wahrheit, die den Menschen wegen seiner Kenntnis vom Irrtum ins Kreuzverhör nimmt, sieht das Weib als Erste ihren Fehler eingestehen. … Sie hat bereits gelernt, dass der körperliche Sinn die Schlange ist“ (S. 533, Zitat 22).
Die Bibelzitate im abschließenden Abschnitt stammen vom Neuen Testament. Christus Jesus verkündet: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Johannes 8:12, Zitat 22). Der Apostel Paulus bestätigt diesen Anspruch, indem er einen Mann aufrichtet, der quasi zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe durch eine lähmende Krankheit verurteilt gewesen war (Apostelgeschichte 14:8-10, Zitat 23). Die letzten beiden Verse bieten einen schönen Segen: „Dem aber, der euch vor dem Straucheln behüten kann und euch untadelig stellen kann vor das Angesicht seiner Herrlichkeit mit Freuden, dem alleinigen Gott, unserm Heiland, sei durch Jesus Christus, unsern Herrn, Ehre und Majestät und Gewalt und Macht vor aller Zeit, jetzt und in alle Ewigkeit! Amen“ (Judas 1:24, 25, Zitat 23). Dieser Segen schließt den Kreis der Lektion, denn Vers 24 ist wieder der Goldene Text.
Michael Hamilton lehrt Religion am Principia College in Elsah, Illinois, USA.