Von Ann Edwards
Der Titel der Bibellektion dieser Woche „Immerwährende Strafe“ spielt auf die theologische Lehre an, dass diejenigen, die an Christus glauben, gerettet werden, und diejenigen, die das nicht tun, nach dem Tod unter ewiger Strafe in der Hölle leiden werden. Diese Ansicht war bis deutlich in das 19. Jahrhundert hinein stark vertreten, dann verlor sie an Einfluss. Aber es wäre ein Fehler zu meinen, dass niemand mehr diesem Glauben anhinge. Tatsächlich bringt eine kurze Eingabe von „Immerwährende Strafe“ in Google 103.000 Ergebnisse (6.220.000 Ergebnisse bei Eingabe des englischen Textes „Everlasting Punishment“)! Eine ganze Anzahl Websites verkünden, diese Ansicht entspreche der Wahrheit.
Mary Baker Eddy, die Gründerin der Kirche der Christlichen Wissenschaft, wurde in diesem Glauben erzogen. Wie auch immer, ihre eigene geistige Reise und ihre eigenen Erfahrungen bewiesen ihr die Allheit Gottes und die Unwirklichkeit des Teufels. In Wissenschaft und Gesundheit begründet sie, „Weil Gott Alles ist, gibt es keinen Raum für Sein Ungleichnis. … Somit ist das Böse, das dem Guten entgegengesetzt ist, unwirklich und kann nicht das Erzeugnis Gottes sein“ (S. 339, Zitat 3). Aber sie warnt auch: „Ein Sünder kann keine Ermutigung aus der Tatsache empfangen, dass die Wissenschaft die Unwirklichkeit des Bösen demonstriert, denn der Sünder möchte eine Wirklichkeit aus der Sünde machen “ (ebd.). Der dritte Grundsatz der Christlichen Wissenschaft bekräftigt diese Ansicht und beteuert, dass Gottes Kraft der Vergebung den Glauben an Sünde zerstört (S. 497, Zitat 4).
Auch Jesaja warnt seine Zuhörer, „… eure Missetaten haben euch von Gott getrennt und eure Sünden haben sein Angesicht vor euch verdeckt, dass ihr nicht gehört werdet.“ Jesaja beklagt, dass Israel zu einer Gemeinde geworden ist, in der „die Wahrheit in der Gasse zu Fall gekommen [ist], und die Aufrichtigkeit keinen Eingang [findet]“ (Jes 59:2, 14, frei übersetzt aus Wechselseitige Lesen).
Auf beruhigende Weise zeigt uns der Goldene Text, dass Gott uns allen die inneren geistigen Mittel gegeben hat, die wir benötigen, um Seine Gebote zu verstehen, zu lieben und ihnen zu gehorchen und dadurch Sünde zu überwinden. Der Text besagt: „Ich [Gott] will mein Gesetz in ihren Sinn geben, und in ihr Herz will ich es schreiben“ (Hebr 8:10). Gottes Geboten zu gehorchen ist ein geringer Preis, den wir für den Schutz und die Führung, die wir von Gott bekommen, bezahlen. Jesaja erklärt: „Die Hand des Herrn ist nicht zu kurz, dass sie nicht retten könnte; noch ist das Ohr zu schwer, dass es nicht hören kann“ (Jes 59:1, frei übersetzt nach Wechselseitige Lesen).
Zehn der zwölf Abschnitte dieser Lektion enthüllen eins der Zehn Gebote. Zum Beispiel stellt der zweite Abschnitt die enorme Wichtigkeit des ersten Gebots heraus, keine anderen Götter neben Gott zu haben. Wissenschaft und Gesundheit erklärt: „Das göttliche Prinzip des Ersten Gebots liegt der Wissenschaft des Seins zugrunde, durch die der Mensch Gesundheit, Heiligkeit und ewiges Leben demonstriert“ (S. 340, Zitat 5). Der vierte Abschnitt, der das dritte Gebot, Gottes Namen nicht zu missbrauchen, abdeckt, stellt die Wichtigkeit heraus zu verstehen, dass unsere Gebete zu Gott niemals vergeblich sind. Im Brief an die Hebräer wird erklärt: „Wer zu Gott kommen will, der muss glauben, dass er ist und dass er denen, die ihn suchen, ihren Lohn gibt“ (Hebr 11:6, Zitat 7). Im achten Abschnitt, der das Gebot gegen Ehebruch beinhaltet, erklärt Wissenschaft und Gesundheit, Ehebruch nicht zu begehen ist genauso gebieterisch wie nicht zu töten. Dieser strenge Standpunkt ergibt sich aus der Überzeugung, dass es ohne Keuschheit „keine Stabilität in der Gesellschaft [gibt] und man ohne sie die Wissenschaft des Lebens nicht erlangen [kann] (S. 57, Zitat 19).
Der zwölfte und letzte Abschnitt schließt mit Passagen aus Psalm 103. Dieser Psalm der Segnungen versichert uns, dass – wenn wir danach streben, Gottes Gesetzen in unserem Alltag zu gehorchen – Er uns erhält, beschützt und gedeihen lässt. Dieser Abschnitt erklärt, dass „die Gnade des Herrn von Ewigkeit zu Ewigkeit [währt] über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind“ (Ps 103:17, Zitat 24) und dass Er alle unsere Sünden vergibt.
Es ist ein großer Unterschied, Gottes Geboten aus Liebe und Dankbarkeit zu gehorchen oder aus Angst vor ewiger Strafe in der Hölle, wenn wir ihnen nicht gehorchen. Wie dankbar können wir sein, dass so eine Lehre nicht wahr ist.
Ann Edwards hat am Emmanuel College, University of Toronto, Kanada, einen Master-Abschluss in Bibelstudien erworben.