Von Abby Fuller
Der erste Vers vom 12. Kapitel des Hebräerbriefes ist der Eckstein der Bibellektion dieser Woche mit dem Titel „Bewährung nach dem Tod“. Wir hören ihn drei Mal: im Goldenen Text, im dritten Abschnitt der Lektion (Zitat 11) und im sechsten Abschnitt wird er in Wissenschaft und Gesundheit zitiert (S. 20, Zitat 28). Dieser Vers ermutigt uns ganz ausdrücklich, beharrlich zu bleiben in dem Kampf, der uns vorgezeichnet ist, geduldig zu sein in dem Lauf, der uns bestimmt ist, und wie Mary Baker Eddy schreibt, „das materielle Selbst und den materiellen Sinn ab[zu]legen und das göttliche Prinzip und die göttliche Wissenschaft allen Heilens [zu] suchen.“ (S. 20)
Bis zum Ziel im Rennen bleiben! Es ist nicht wichtig, auf welchem Platz wir landen. Wir müssen uns einfach vorwärts bewegen. Mancher hat Bewährungsproben und Anfechtungen durchzustehen, die durchaus beängstigend oder gar besonders schwierig scheinen können. Aber es gibt immer Hilfe. Gott kennt uns und möchte, dass wir mit Freude ankommen, und reicht uns hilfreich die Hand, bewahrt uns, in Materie begraben zu werden, und „(entwirrt) unsere Verstrickungen“ (ebd. S. 240, Zitat 14). Ankommen zählt, nicht gewinnen.
In dieser Lektion geht es oft um Kämpfe, Bewährungsproben und Prüfungen. Wir sind aufgefordert, die Lügen zu ignorieren, die zu uns sagen, dass wir das Rennen nicht beenden oder unsere Bewährungsproben nicht bestehen könnten. Wir müssen vorwärtsdringen, dranbleiben und dann werden wir den Preis gewinnen, die Krone des Lebens, die uns „verheißen [ist], als denen, die ihn liebhaben“. (Siehe Jak 1:12, Zitat 23)
Die Metapher vom Lauf ist eine derer, die der Apostel Paulus und seine Nachfolger liebten. Sie wird wiederholt in Paulus‘ Briefen verwendet, so an die Römer, die Philipper und die Galater sowie in den Briefen, die spätere Schreiber ihm zuordnen, wie die an die Hebräer und die Epheser. Paulus spricht davon, sich nach dem auszustrecken, „was da vorne ist“ (Phil 3:12, Zitat 4) und fordert uns auf, „alles [zu prüfen]“ (1. Thess 5:21, Zitat 19). Diese Verben sprechen davon, nach dem Ziel eines Laufes zu streben und wie bei einem Sportereignis Ideen auszuprobieren und zu erproben. Wir möchten den guten, siegreichen Ideen Aufmerksamkeit schenken und die schlechten rauswerfen. Wir werden ermutigt, das hohe Ziel vor uns zu behalten und uns nicht ablenken zu lassen von materiellen, unterlegenen Gedanken.
Es gibt Anzeichen für Tücken und Fallgruben, aber wenn wir zu schnell vorwärtseilen, könnten wir die „Betreten verboten!“- Schilder übersehen und vorübergehend vom Pfad der Gerechtigkeit weggeleitet werden. Wie der Goldene Text es darstellt: „die Sünde, die uns ständig umstrickt,“ könnte uns ein Bein stellen, wenn wir nicht aufpassen. Und doch sind wir nicht verlassen, wenn wir in der Wüste wandern. Ganz gleich, wie weit wir vom Weg abgekommen zu sein glauben, Gott ist immer genau da, um uns zu leiten.
Zweimal in dieser Lektion werden wir daran erinnert, die Wissenschaft zu wählen statt des Leidens. Ein Zitat lautet: „Bedenke, dass die Menschheit früher oder später, entweder durch Leiden oder durch die Wissenschaft, davon überzeugt werden muss, dass es den Irrtum zu überwinden gilt“ (WuG, S. 240, Zitat 14). Wir können dieses Lernen, das wir nötig haben, nicht überspringen, aber es gibt eine Abkürzung, wenn wir durch die Wissenschaft lernen.
Das Ziel des Laufes, dem wir zustreben, ist offensichtlich die Auferstehung. Moses‘ Leib ist nie gefunden worden und einige Gelehrte begründen das mit der Annahme, dass er wie Enoch hinweggenommen worden ist (siehe 5. Mose 34:1-8, Zitat 8). Elia ist in einem Himmelswagen im Wetter aufgenommen und durchlief auf seinem Weg zur Auferstehung den Tod nicht. Jesus hat drei Tage im Grab verbracht, nachdem er am Kreuz gestorben war, und ist Wochen später auferstanden (siehe Joh 20:1-20, Zitat 15; Apg 1:1-9, Zitat 17). Uns wird gesagt, dass es eine Bewährungszeit nach dem Tod gibt, die uns aber ermöglicht, geistig so erhoben zu werden, dass wir letztendlich ebenfalls auferstehen werden.
Lassen wir also nicht nach! Wir alle haben freien Zugang zur göttlichen Wahrheit und zum göttlichem Prinzip, was uns die Entscheidung erlaubt, zu lernen und unseren weiteren Fortschritt durch die Wissenschaft, nicht durch Leiden fortzuführen. Wir können in dem Lauf durchhalten – ohne Schritte rückwärts. Das wird uns ermöglichen, „und jeden Tag ein wenig in der richtigen Richtung [zu] gewinnen, bis [wir] schließlich [unseren] Lauf mit Freude vollenden“ (WuG, S. 21, Zitat 29).
Abigail Fuller hat den Master-Abschluss in Physik erworben und arbeitet an ihrem Master-Abschluss in Theologie am San Fransisco Theological Seminary. Sie lebt in San Anselmo, Kalifornien, USA.