Von Genelle Austin-Lett
Diese Wochenlektion mit dem Thema „Wahrheit“ beleuchtet nicht nur die Antwort auf die uralte Frage „Was ist Wahrheit?“ sondern zeigt auch, in welcher Weise Wahrheit ein Gesetz Gottes ist, das heilt und erlöst.
Grundlegend für alles Heilen ist der Goldene Text, mit dem die Lektion beginnt: „Ich bin Gott, und sonst keiner mehr …“ (Jes 46:9). Und Mary Baker Eddy zeigt, dass „Christian Science das Gesetz der Wahrheit [ist], das die Kranken auf der Grundlage des einen Gemüts oder Gottes heilt“ (Wissenschaft und Gesundheit, S. 482, Zitat 9). Wie ist es doch passend, dass diese Lektion nicht nur Mary Baker Eddys Entdeckung der göttlichen Gesetze der Wahrheit behandelt, sondern auch die Veröffentlichung des Lehrbuches, in dem sie „direkt und ehrlich den Wortlaut der Wahrheit wiedergegeben“ hat (vgl. WuG, Zitat 6-11).
Wenn wir den „Wortlaut der Wahrheit“ prüfen, entdecken wir, dass „Christus … die ideale Wahrheit [ist], die kommt, um Krankheit und Sünde durch Christian Science zu heilen, und die alle Macht Gott zuschreibt“ (WuG, S. 473, Zitat 18). Wir können das Beispiel Jesu Christi befolgen, wie er Sünde und Krankheit heilte. Nur den Tod zu heilen galt zu Jesu Zeiten als schwieriger, als Blindheit zu heilen. Und doch heilte Jesus die Blinden und erweckte die Toten, wenn es auch keine Zeugnisse darüber gibt, dass im Alten Testament oder unter Jesu Jüngern Blinde geheilt worden wären. Hier folgen die Blinden Jesus in ein Haus und schreien: „Ach, du Sohn Davids, erbarme dich unser!“ Wahrscheinlich haben sie diesen Anruf benutzt, weil sie Jesus für den Messias hielten, der die Blinden heilen würde. Interessanterweise sahen sie in Jesus mehr nur einen Prophet an (Mt 9:27, 28 30, Zitat 13).
Ein anderer Fall von Blindheit erscheint nicht so augenfällig, wenn wir uns die Erzählung von Jesus ansehen, der im Hause von Simon, dem Pharisäer, speist (Lk 36-47, Zitat 12). Aber welch ein Kontrast in Simons Haltung Jesus gegenüber zu der der blinden Männer!
Simon war durch die Anwesenheit der fremden Frau, die ihm die Füße wusch, schockiert. Und noch mehr erstaunte ihn, dass Jesus, der ein Prophet war, über die Sünden der Frau nicht entsetzt war. Und so fragte ihn Jesus: „Siehst du diese Frau?“ Simon war durch pharisäische Blindheit und Selbstrechtfertigung geblendet und konnte so die Wahrheit über sie nicht sehen. Verachtung übertönte jede Fähigkeit, sie durch die Linse der Liebe zu sehen.
Dann erzählte Jesus die Parabel von den zwei Schuldnern, deren Schulden durch den Gläubiger erlassen wurden. Einer von ihnen schuldete 500 Pence – das sind 500 Tage Arbeit (ein Pence oder Denarius war ein Tageslohn) – der andere 50 Pence. Jesus fragte Simon, wer seinen Gläubiger mehr lieben würde. Simon erwiderte, der, dem das Meiste erlassen wurde. Es ist interessant, den Gegensatz von Jesu Feststellung „Du hast recht geurteilt“ mit Simons selbstgerechtem Urteil über die Frau zu vergleichen. Simon hat weder wahrheitsgemäß geurteilt noch die Frau anerkannt.
Diese Geschichte enthält eine starke Botschaft, die das Kapitel „Praxis der Christlichen Wissenschaft“ in Wissenschaft und Gesundheit eröffnet. Wenn wir uns jede zwischenmenschliche Handlungsweise vom Standpunkt der Praxis der Christlichen Wissenschaft betrachten – egal, wer unseren Weg kreuzt, durch unsere Türe tritt oder uns elektronisch kontaktiert – können wir fragen: ‚Wie sollten diese Menschen behandelt werden?‘ Bedingungslose Liebe schaltet falsche Urteile aus, weil nicht wir entscheiden, ob es jemand verdient, dass er geheilt oder ihm vergeben werde. Jesus sah die geistige Unschuld dieser Frau, ihre reine sündlose Natur, und ihr wurde vergeben und sie wurde erlöst. Diese Lektion stellt uns die Frage: Sehen wir jeden, den wir treffen, wahrheitsgemäß – mit den Augen des Christus?
Wissenschaft und Gesundheit erklärt: „Wir sind nur dann Christliche Wissenschaftler, wenn wir aufhören, uns auf das Falsche zu stützen, und das Wahre ergreifen. Bevor wir nicht alles für Christus verlassen, sind wir keine Christlichen Wissenschaftler.“ (S. 192, Zitat 28). Jesus sagte seinen Jüngern: „Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ (Mt 16: 24, Zitat 21). „Folgen“ bedeutet im griechischen Original „auf der gleichen Welle mit jemandem sein.“ Was bedeutet es, auf der gleichen Welle mit Christus, Wahrheit, zu sein? Eine Möglichkeit ist, willens zu sein, alles von uns zu weisen, was uns daran hindern könnte, die Gesetze des Lebens, der Wahrheit und Liebe zu demonstrieren.
Es gibt viele andere Möglichkeiten, die Lektion mit Freude zu studieren. Meine Annäherung mag auch beinhalten,
- nach Antworten zu suchen auf die Frage: „Was ist Wahrheit?“;
- zu beobachten, wie wir frei werden, wenn wir die Wahrheit erkennen;
- zu entdecken, was das Licht der Wahrheit vollbringt;
- Gegensätze zu sammeln z.B. hell und dunkel; blind und sehend, Wahrheit und Irrtum, Pharisäer und Sünder, usw.;
- zu prüfen, wie man dem Christus folgt;
- zu definieren, was die „wahren Sucher nach der Wahrheit“ sind (WuG, S. XII, Zitat 11).
„Wahrheit ist eine Offenbarung“ (WuG, S. 117, Zitat 2). Wie offenbart sich Ihnen die Wahrheit?
Genelle Austin-Lett leitet BibleWise.com und coacht den Debattierklub an der Staatlichen Universität San José von Kalifornien.